Definitionen
Steuertransformator (DIN VDE 0550/0113, EN 60204, EN 61558-2-2)
Der Steuertransformator hat elektrisch getrennte Wicklungen nach VDE 0550, und dient zur Speisung von Hilfsstromkreisen. Steuertransformatoren weisen bei induktiver Last einen geringen Spannunqsabfall auf.
In elektrischen Anlagen muss gemäß der DIN VDE 0113 Teil 1 ein Steuertransformator vorgesehen werden, wenn:
Maschinen oder Anlagen mehr als 5 elektromagnetische Betätigungsspulen/ Relais; Schütze usw. aufweisen oder Steuer- und Meldegeräte außerhalb von Steuerschränken und Maschinen angebracht sind und wenn elektronische Steuer- bzw. Meldestromkreise zu speisen sind.
Trenntransformatoren (DIN VDE 0551, EN 60742, IEC 742, EN 61558-2-4)
Ein Trenntransformator ist ein Transformator mit Schutztrennung zwischen Eingangs- und Ausgangswicklung. Trenntransformatoren werden zur elektrischen Trennung von Stromkreisen verwendet, um Gefahren einzuschränken, die sich aus der zufällig gleichzeitigen Berührung von Erde und unter Spannung stehenden Teilen oder Metallteilen ergeben, die im Fall eines Isolationsfehlers unter Spannung stehen können. Mit Trenntransformatoren kann die Schutzmaßnahme "Schutztrennung" erfüllt werden. Für Trenntransformatoren gilt die VDE 0551 Teil 1, EN 60742, IEC 742.
Der Geltungsbereich ist hiernach (Maximale Bemessungswerte): Eingangsspannung 1000V, Frequenz 500Hz, Ausgangsspannung 1000V (Last- und Leerlauf), für Einphasen~ eine Leistung von 25kVA, für Dreiphasen~ eine Leistung von 40kVA.
Sicherheitstransformatoren (DIN VDE 0551, EN 60742, EN 61558-2-6)
Ein Sicherheitstransformator ist ein Transformator zur Versorgung von SELV-Stromkreisen. Mit Sicherheitstransformatoren kann die Schutzmaßnahme "Schutzkleinspannung" erfüllt werden. Sicherheitstransformatoren sind bestimmt, ein Gerät oder Verteilerstromkreise mit Spannungen bis 50VAC, bez. ungeglättete Gleichspannung bis 50V sqrt(2) (Leerlauf und Last) zu speisen, um im Fehlerfall unzulässig hohe und gefährliche Berührungsspannungen zu verhindern. Für Sicherheitstransformatoren gilt die VDE 0551 Teil 1, EN 60742, IEC 742.
Der Geltungsbereich ist hiernach (Maximale Bemessungswerte):
Eingangsspannung 1000V 1 Frequenz 500Hz, Ausgangsspannung 50V (Last und Leerlauf), für Einphasen~ eine Leistung von 10kVA für Dreiphasen'" eine Leistung von16kVA.
Transformatoren für medizinisch genutzte Räume IT-Netze (DIN VDE 0551 Teil 1, DIN VDE 0107, EN 61558-2-15)
Transformatoren für medizinisch genutzte Räume sind Trenntransformatoren nach VDE 0551 Teil 1 mit doppelter und verstärkter Isolierung. Zwischen der Eingangs- und Ausgangswicklung ist eine Schirmwicklung angebracht, die auf eine isolierte Anschlussklemme ausgeführt ist. Einphasentransformatoren haben für den Anschluss einer Isolationsüberwachung auf der Ausgangsseite eine Mittelanzapfung. Die Bemessungsspannung auf der Ausgangsseite darf 230V (bei Dreiphasentransformatoren zwischen den Aussenleitern) nicht überschreiten. Die Transformatoren werden zur Versorgung von medizinisch genutzten Räumen, in Krankenhäusern und Arztpraxen eingesetzt. Es gelten die Bestimmungen der DIN VDE 0107, 11.89.
Folgende Grenzwerte müssen eingehalten werden:
Einschaltstrom 8fach IN, Leerlaufstrom max. 3%, Kurzschlussspannung uk max. 3%. Eine Abschaltung durch Überlastung ist bei diesen Transformatoren nicht zulässig. Zur Kontrolle der Last ist eine Überwachung (Temperatur oder Strom) mit optischer und akustischer Meldung vorzusehen. Die Leistung sollte im Bereich zwischen 3,15 und 8kVA liegen.
Ringstelltransformatoren (DIN VDE 570 Teil 2-14, EN 61558-2-14)
Ringstelltransformatoren werden dort verwendet, wo eine feinstufige Einstellung von Wechselspannungen von Null bis zum Maximalwert unter Belastung gefordert wird. Das erfolgt durch Stromabnehmer auf Kontaktbahnen, ohne Phasendrehung.
Spartransformatoren (EN 61558-2-13)
Spartransformatoren werden dort eingesetzt, wo auf die Trennung vom speisenden Netz verzichtet werden kann. Man unterscheidet hier Durchgangsleistung und Bauleistung. Mit Hilfe der Tabelle (Spartransformatoren: Berechnung und Beispiele) lässt sich aus Spannungsverhältnis und Durchgangsleistung die Baugröße berechnen. Es zeigt, dass der Spartransformator eine wirtschaftliche Lösung bietet. Die Eingangs- und Ausgangswicklungen sind elektrisch verbunden. Es besteht daher keine galvanische Trennung zwischen den Wicklungen. Die Typenleistung des Spartransformators ist immer kleiner als die Durchgangsleistung.
Stufentransformatoren (EN 61558-2-13)
Stufentransformatoren sind Spartransformatoren zur Regulierung der Drehzahl von Ventilatoren mit Scherbenankermotoren. Scheibenankermotoren haben die Eigenschaft, dass die Drehzahl über die Motoreingangsspannung geregelt werden kann.
Transformatoren für den Gleichrichterbetrieb (DIN VDE 0550/551, EN 61558-2-6)
Transformatoren für Gleichrichtergeräte werden dort eingesetzt wo an Stabilität und Wechselspannungsüberlagerung, vom Gleichstromverbraucher keine besonderen Anforderungen gestellt werden. Hier kommen Gleichrichterschaltungen einfachster Ausführung zum Einsatz.
Netzgeräte zur Versorgung elektromagnetischer Schaltungen (DIN VDE 0551, DIN 19240, EN 61558-2-4)
Netzgeräte zur Versorgung elektronischer Schaltungen sind Einphasen- und Dreiphasentransformatoren mit nachgeschaltetem Gleichrichter, Entstörkondensator, Siebkondensator und Varisator. Sie liefern eine ungeregelte Gleichspannung, mit einer Welligkeit <5%.
Für Geräte mit 24VDC Ausgangsspannung und einer Welligkeit von 5% sind folgende Werte festgelegt:
Obergrenze: 30f2V, Untergrenze 20,4V. Unabhängig von der Netzschwankung (von -10% bis +6%) werden diese Werte eingehalten.
Stabilisierte Netzgeräte (DIN VDE 0551, DIN 19240)
Stabilisierte Netzgeräte werden dort eingesetzt, wo eine konstante Ausgangsspannung mit niedriger Welligkeit verlangt wird.
Magnetische Spannungskonstanthalter (DIN VDE 0550, IEC 14D, EN 61558-2-12)
Magnetische Spannungskonstanthalter kommen in den Bereichen zum Einsatz, in denen eine hohe Anforderung an die Stabilität von Versorgungsnetzen gestellt wird. Die Ausgangsspannung ist einem festgelegten Bereich weitgehend von der Höhe der Eingangsspannung und der Belastung der Verbraucher unabhängig.
Drosseln (DIN VDE 0550, EH 60289, JEC 289, IEC 726)
Drosseln sind Widerstände mit einem hohen induktiven und kleinem ohmschen Anteil. Sie finden Anwendung:
Netzdrossel: Zur Begrenzung des Kurzschlussstromes auf einen vorgegebenen Wert.
Glättungsdrossel: Zur Verringerung der Welligkeit bei pulsierenden Gleichspannungen.
Kommutierungsdrossel: In Anlagen mit gesteuerten Halbleitern zur Begrenzung der Kommutierungsströme.
Filterkreisdrossel: In Kompensationsanlagen zum Schutz der Kondensatoren von unzulässigen Oberwellen.
Anlasstransformatoren/Drosseln (DEN VDE 0532, EN 60591, IEC 76, lEC 14)
Anlasstransformatoren und Drosseln werden zum Anlassen von Drehstromtransformatoren eingesetzt. Ihre Aufgabe ist die Begrenzung des Anlaufstromes auf einen niedrigeren festgelegten Wert.
Angaben über Anlaufstrom, Anlaufzeit, Häufigkeit der Anläufe hintereinander, pro Stunde
und Tag, sowie die technischen Angaben des Motors gibt der Kunde vor.
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